Traumspiegel

Die Wahrheit ist ein vom Himmel gefallener, zersplitterter Spiegel.

 

Molawi

Das Leben kann nie dieser Leichtigkeit gerecht werden,
die aus Krücken Flügel schnitzt. Trotzdem. Ich werde gehen
mit nichts als mit mir.

 

Ernst M. Binder

Ali Bahrami Fard, Santür
Hadi Azarpira, Tar
Derya Türkan, Lira

„Langsam neigte sich die Fassade des Palastes, bog sich wie ein Fahnentuch im Wind und begrub den großen Platz unter ihrem Angesicht. – Von allen Türmen Perles ertönten die Glocken, melodisch, imposant läuteten sie den Schwanengesang der sterbenden Stadt“, beschreibt Alfred Kubin den Untergang des Traumreichs, der in einem apokalyptischen Trümmermeer und in der Stille eines wolkenlosen Morgens endet. Von der Vision einer anderen Welt bleibt Erinnerung, ein vielstimmiger Nachklang, der uns nach draußen begleitet. Und zuletzt: die hundert Saiten des Santūr, der persischen Form des Hackbretts, die sechs Doppelsaiten der aserischen Langhalslaute Tar und die drei Saiten der pontischen Lira, eines griechischen Streichinstruments, das seinen Ursprung im Kaukasus und in Mesopotamien haben soll: Splitter eines zerbrochenen Spiegels, in den wir im Traum geblickt hatten.


An allen vier Tagen stehen im Pausenfoyer vor dem Mittleren Saal des Brucknerhauses Hörstationen mit Textpassagen aus Alfred Kubins Roman „Die andere Seite“ für das Publikum bereit.
In Kooperation mit dem Musiktheater Linz

Samstag, 6. Mai 2017  
Brucknerhaus, Mittlerer Saal, Linz, 21:30 Uhr
Traumspiegel