Solo Recital

Seyed Arash Shahriari, Tanbur, Tar, Gesang

Einer alten kurdischen Legende zufolge sträubt sich die Seele vor der Geburt mit aller Macht, in den Körper des Menschen einzutreten und ihm dadurch Leben einzuhauchen. Sie ist nicht bereit, sich aus dem göttlichen Urgrund zu lösen und in ein Dunkel einzutauchen, das mit Schmerz, Endlichkeit und Trennung verbunden ist. Sieben Erzengel versuchen sie zu trösten und zum Einstieg zu überreden, sieben dunkle Engel wecken ihre Zweifel und Ängste und versuchen sie zurückzuhalten. Erst als das heilige Instrument Tanbur angeschlagen wird und in der Tonart der Schöpfung, im Maqam Tarz erklingt und die Engel mit ihrem Gesang einstimmen, verbindet sich die Seele mit dem Leib und tritt ins Leben. Ihren Ursprung hat diese Erzählung in der religiösen Gemeinschaft der Ahl-e Hagh, die die Mystik der Sufis mit christlich-jüdischen Elementen und dem spätantiken Mithraismus verbindet. Ihr gehört Seyed Arash Shahriari an, der an diesen spirituellen Fundus anknüpfend sein Recital entfalten wird. Seyed Arash ist eine der vielseitigsten und eigenwilligsten Musikerpersönlichkeiten des Iran: ein Virtuose eines ganzen Spektrums „anderer Saiten“, die neben Tar und Tanbur auch von ihm rekonstruierte Instrumente der orientalischen Antike wie etwa die Elams Harfe umfassen. Eine Zeitreise, die an Anfänge und Ursprünge rührt und der Erinnerung an unsere damit verbundene „andere Seite“ gewidmet sein soll.


An allen vier Tagen stehen im Pausenfoyer vor dem Mittleren Saal des Brucknerhauses Hörstationen mit Textpassagen aus Alfred Kubins Roman „Die andere Seite“ für das Publikum bereit.
In Kooperation mit dem Musiktheater Linz

Donnerstag, 4. Mai 2017  
Brucknerhaus, Mittlerer Saal, Linz, 22:00 Uhr
Solo Recital